
Internationale Kooperationen, Nachwuchsförderung und die Vorbereitungen für das 30-jährige Jubiläum standen im Mittelpunkt der vierten Kunstbeiratssitzung des Europaballetts. Neben aktuellen Entwicklungen und künftigen Projekten erhielten die Mitglieder auch einen exklusiven Einblick in die neue Produktion „Rockpalast“.
Am 1. Oktober 2026 fand im Theater des Balletts in St. Pölten die vierte Sitzung des Kunstbeirats statt. Der künstlerische Leiter Prof. Michael Fichtenbaum begrüßte die anwesenden Mitglieder, darunter auch das neue Beiratsmitglied Paul Purgina. Ein besonderer Moment war die Präsentation eines Gemäldes der verstorbenen Stadträtin Mag. Renate Gamsjäger, das sie nach einem Besuch des Europaballetts geschaffen hatte und das dem Ensemble von ihrer Familie als Geschenk überreicht wurde. Das Kunstwerk erhielt beim gemeinsamen Gruppenfoto einen Ehrenplatz und erinnert an ihre Verbundenheit mit dem Europaballett.
Einen besonderen künstlerischen Auftakt bildete die Präsentation von vier Tanzstücken aus der neuen Produktion „Rockpalast“. Die Mitglieder des Kunstbeirats erhielten die Gelegenheit, die Tänzerinnen und Tänzer während der Probenarbeit zu erleben. Noch ohne Kostüme und Bühnenbeleuchtung vermittelte die Präsentation einen unmittelbaren Eindruck von der choreografischen Entwicklung des Rock-Balletts, das am 23. Oktober 2026 seine Premiere feiert.
Ein weiterer Schwerpunkt war die internationale Tätigkeit des Europaballetts. Im Oktober steht eine Zusammenarbeit mit dem Kroatischen Nationaltheater Osijek auf dem Programm, wo fünf Vorstellungen von „Schwanensee“ erstmals mit Orchester stattfinden sollen.
Auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit ungarischen Kulturinstitutionen wird fortgesetzt. Nach den Vorstellungen von „Queen“ im Felsentheater Fertőrákos im vergangenen Sommer sind für 2027 weitere Gastspiele in Sopron geplant. Darüber hinaus sollen neue Kooperationen mit Kulturpartnern in Tschechien, der Slowakei und Ungarn entstehen.
Die Förderung junger Talente bleibt ein zentrales Anliegen des Europaballetts. Im Rahmen der Sitzung wurde das neue Ballett-Forum des Österreichischen Tanzrats vorgestellt, das junge Künstlerinnen und Künstler durch Begegnungen, Trainingsmöglichkeiten und internationale Erfahrungen unterstützen soll.
Auch die Entwicklung der Ballettakademie war Thema der Sitzung. Rund 70 Schülerinnen und Schüler absolvieren derzeit ihre Ausbildung am Europaballett. Durch Kooperationen mit Bildungseinrichtungen und kulturellen Partnern sollen die Ausbildungsangebote weiter gestärkt und die Akademie in der Öffentlichkeit sichtbarer gemacht werden.
Mit Blick auf das Jahr 2027 wurden bereits erste Perspektiven für ein besonderes Jubiläum besprochen: Das Europaballett feiert sein 30-jähriges Bestehen und blickt zugleich auf drei Jahrzehnte Zusammenarbeit mit Niederösterreich zurück.
Neben den künstlerischen Vorhaben wurden auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Förderkonzept für 2027 und die Weiterentwicklung des vielfältigen Veranstaltungsprogramms thematisiert.
Die vierte Kunstbeiratssitzung bot damit Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Herausforderungen, künstlerische Visionen und die zukünftige Entwicklung des Europaballetts – einer Institution, die seit drei Jahrzehnten die Tanzlandschaft in St. Pölten und weit über die Grenzen Österreichs hinaus mitgestaltet.